So funktioniert die Tennis Weltrangliste
Die Weltrangliste ist das zentrale Wertungssystem im Profitennis. Sie dient als Maßstab für die erbrachten Leistungen der letzten 52 Wochen und wird jeden Montag aktualisiert. Die Platzierung entscheidet über die Setzliste bei den einzelnen Turnieren. Dies gewährleistet, dass die besten Spieler erst in der späten Phase eines Turniers aufeinander treffen können. So tritt in der ersten Runde ein gesetzter Spieler gegen einen ungesetzten Spieler an, was die Chance auf ein spannendes Traumfinale bis zum Schluss bewahrt. Zudem müssen schwächer platzierte Profis oft erst in die Qualifikation, während die Top-Stars direkt im Hauptfeld stehen.
Wie ergeben sich die Punkte für die Tennis Weltrangliste?
Unabhängig von der Anzahl der gespielten Turniere fließen seit der Reform 2026 bei den Herren maximal 18 Turnierergebnisse in das Ranking ein. Die Zusammensetzung ist streng geregelt:
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Pflichtturniere: Die vier Grand-Slam-Turniere sowie acht Masters-1000-Turniere (ehemals Kategorie B) sind für jeden qualifizierten Spieler obligatorisch. Das neunte Masters in Monte Carlo ist „Non-Mandatory“ und zählt zu den freiwilligen Ergebnissen.
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Null-Punkte-Regelung: Wer bei einem dieser zwölf Pflichtevents aufgrund von Verletzung oder anderen Gründen fehlt, erhält automatisch null Punkte, die für 52 Wochen im Ranking stehen bleiben.
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Best-of-Resultate: Zu den zwölf Pflichtturnieren kommen die sechs besten Ergebnisse aus anderen Kategorien hinzu (ATP 500, ATP 250, Challenger-Serie oder Future-Serie).
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ATP Finals: Die acht besten Spieler einer Saison qualifizieren sich für die ATP Finals. Die dort erzielten Punkte werden als 19. Turnier zusätzlich gewertet.
Bei den Damen der WTA wurde das System harmonisiert: Auch hier zählen nun die besten 18 Turniere (plus die WTA Finals als 19. Resultat) für das Ranking.
Besonderheiten der Tour
Spieler, deren Position in der Weltrangliste Tennis für eine direkte Teilnahme an Pflichtturnieren nicht ausreicht, dürfen diese Plätze durch andere Turniersiege auffüllen. Für etablierte Profis gibt es Erleichterungen:
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Wer mindestens 600 Matches bestritten hat, seit 12 Jahren Profi ist oder das 30. Lebensjahr (Stand 2026) vollendet hat, darf pro erfülltem Kriterium ein Masters-Turnier auslassen, ohne einen „Nuller“ zu kassieren.
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Bei schweren Verletzungen (mindestens sechs Monate Pause) kann ein „Protected Ranking“ beantragt werden. Dies bewahrt Spieler vor einem massiven Absturz in der Tabelle und ermöglicht nach der Rückkehr den Start bei großen Turnieren auf Basis der alten Platzierung.
Historie und Rekorde
Die Geschichte der Weltrangliste wird von außergewöhnlichen Athleten geprägt:
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Punkterekord: Den historischen Bestwert hielt lange Novak Djokovic mit 16.950 Punkten (2016), wobei das Maximum durch die Systemumstellung 2024/2026 heute rechnerisch leicht abweicht.
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Wochen an der Spitze: Bei den Herren hat Novak Djokovic den Rekord von Roger Federer (310 Wochen) längst pulverisiert und die Marke von 400 Wochen überschritten. Bei den Damen hält Steffi Graf mit 377 Wochen (davon 186 in Folge) eine der beeindruckendsten Bestmarken der Tennisgeschichte.
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Konstanz: Die Rekorde für die längste Zeit in den Top Ten werden von Legenden wie Jimmy Connors (15 Jahre) und Martina Navratilova (18 Jahre) gehalten – eine Leistung, die in der modernen Ära nur von wenigen Spielern wie Rafael Nadal erreicht wurde.